Klimamonitoring
© Roman Huber
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Alle reden über das Klima, wie es sich weltweit verändert und was für Auswirkungen diese Veränderung für die Menschheit hat. Doch was ist überhaupt Klima und welche Veränderungen können wir in Landeck feststellen?
Als Klima wird das durchschnittliche Wetter verstanden, das in einer Region über einen längeren Zeitraum vorherrscht und bezieht die Temperatur, Niederschlag und Wind mit ein. Für die Beobachtung von Klimaveränderungen berechnet man nach Empfehlungen der Weltorganisation für Meteorologie die Durchschnittswerte des Wetters von 30 Jahren – diesen Zeitraum nennt man dann eine Klimanormalperiode. Vergleicht man die Ergebnisse einer Klimanormalperiode mit anderen Zeiträumen oder Einzeljahren können Aussagen über Veränderungen bzw. Abweichungen des Klimas getroffen werden.
Die GeoSphere Austria (ehemals ZAMG) betreibt in Österreich ein Stationsnetz von etwa 270 Wetterstationen, die als teilautomatisches Wettererfassungssystem (TAWES) alle 10 Minuten die vor Ort gemessenen Daten an die GeoSphere weiterleiten. Dort werden diese auf ihre Qualität geprüft, in Datenbanken archiviert und für die Erstellung von Vorhersagen und die Überwachung des Klimas verwendet. Gemessen werden neben Lufttemperatur auch Luftfeuchte, Niederschlag, Luftdruck und weitere Phänomene wie Wind, Sonnenschein und Globalstrahlung (siehe Skizze).
Seit dem Februar 1946 gibt es Messwerte von einer eigenen Station in Landeck, die sich ursprünglich in Perfuchs befand. Im April 1986 wurde die Landecker Wetterstation in das Schentenareal auf einen Standort nördlich des Rathauses übersiedelt, wo sie sich auch heute noch befindet. Damit trotz Höhenunterschied von 22,4 Metern und unterschiedlichen Umgebungsfaktoren die Daten vergleichbar sind, wurden die Messwerte der alten Station mit mathematischen Methoden an die Werte der neuen Station angeglichen, das heißt sie wurden homogenisiert.
Das Landecker Klima in Echtzeit weiterverfolgen Mithilfe der beiden Landecker Klimanormalperioden ist es möglich, die aktuelle Temperatur mit den Werten der Vergangenheit zu vergleichen. Dafür wird zuerst der Temperaturdurchschnitt aller Tage eines Monats berechnet, um daraus die monatliche Durchschnittstemperatur zu bilden – die vorliegende Berechnung verwendet dafür den Durchschnitt der Tageshöchst- und der Tagesminimaltemperatur (tmax + tmin)/2. Anhand des Ergebnisses können nun Aussagen darüber getroffen werden, ob ein Monat zu warm oder zu kalt war. Verfolgt man das Landecker Klima auf diese Art und Weise über einen längeren Zeitraum, kann man einschätzen, in welche Richtung sich das Klima entwickelt und welcher Trend sich für die Zukunft abzeichnet.